Früher: reiche Kirche – heute: schöne Gebäude

Dinklage - Pfarrer Fridtjof Amling zeigte vielen Mitgliedern der Senioren Union des CDU-Stadtverbandes Dinklage die Friedhofskapelle und die im letzten Jahr vergrößerte Trinitatiskirche.

Pfarrer Amling führte die Teilnehmer in die erweiterte, offen gestaltete, helle und großzügige Friedhofskapelle, ausgestattet mit großen Fenstern, neuem Tor und moderner Technik. Er erzählte, dass vor dem Zweiten Weltkrieg wenige evangelische Christen in Dinklage wohnten. Vertriebene und Flüchtlinge ließen die Anzahl nach Kriegsende auf fast 2000 Mitbürger ansteigen. Durch den Mangel an Arbeitsplätzen in der Notstandsregion Südoldenburg sank die Anzahl bis 1970 auf 800. Eine boomende Wirtschaft im Oldenburger Münsterland und die Ankunft deutschstämmiger Auswanderer aus Gebieten der ehemaligen Sowjetunion ließ die Zahl evangelischer Christen bis heute auf ca. 2200 steigen.

Deshalb war es lt. Pfarrer Amling notwendig, die in die Jahre gekommene Friedhofkapelle nicht nur zu renovieren, sondern auch auf 140 Sitzplätze zu erweitern. Dank einer modernen Lautsprecheranlage können jetzt selbst große Beerdigungen angemessen beschallt werden. Nach dieser Besichtigung gingen die Teilnehmer zur Trinitatiskirche.

Der früher dunkle und jetzt erheblich vergrößerte Altarraum bestimmt heute das Bild der schlichten Saalkirche. Helle Wände, die neue Beleuchtung und das große Fenster im Altarraum sorgen für eine festliche Atmosphäre. Die Kirche hat jetzt 220 Sitzplätze und einen verschiebbaren Altar. Drei biblische Kirchenfenster überstrahlen mit ihren Farben den von der Seite leuchtenden Altarraum und das vergoldete Taufbecken. Stolz berichtete Pfarrer Amling, dass alles von der Gemeinde dank vieler kleiner Spenden selbst finanziert wurde, sodass man heute schöne Gebäude aber keine finanziellen Rücklagen mehr habe.

In der anschließenden Diskussion im Gemeindehaus erläuterte Pfarrer Amling, dass die Pfarrstelle Dinklage/Wulfenau durch die verstärkte Zusammenarbeit mit den Kirchen in Lohne und Steinfeld den Pfarrermangel ausgleicht. Für den geplanten 5. Kindergarten in Dinklage werde man sich als Träger bei der Stadt bewerben. Auch hätten Russland-Deutsche in der Kirchengemeinschaft in Dinklage einen Teil ihrer verlorenen Heimat wiedergefunden. Viele von Ihnen wären der evangelisch-lutherischen Kirche beigetreten und sind heute aktiver Teil der Kirchengemeinschaft geworden. Diese hält Pfarrer Amling für gut integriert.

Zum Schluss bedankten sich alle Besucher mit einem herzlichen Applaus für die Gastfreundschaft sowie die erläuternden und offenen Worte von Pfarrer Amling.

Text und Fotos: Hans Hoymann

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